Sobald Lust auf leckeres Eis aufkommt, steht so mancher Veganer vor einem ernsthaften Problem. Denn nicht immer möchte man sich mit Wassereis begnügen, sondern auch andere Eisspezialisten genießen, doch die sind nicht immer frei von Milch und Ei.

Trotzdem muss niemand verzweifeln oder gar der Versuchung erliegen. Ganz viele leckere Eissorten lassen sich vegan herstellen, auch wenn dies auf den ersten Blick nicht den Anschein hat. Die Basis der Eiskreationen bildet das Nana Eis, das sich mittlerweile einer immens großen Beliebtheit erfüllt und auf vielfältige Art und Weise variieren lässt.

Selbst gemachtes Nana Eishier als Variante mit Heidelbeeren

Nana Eis – die Grundidee

Die meisten Eisrezepte sehen die Verwendung von jeder Menge Milch und Zucker vor. Wer diese beiden Zutaten ersetzen möchte, hat es nicht gerade leicht – die Herstellung einer Rohmasse mit ähnlicher Konsistenz (bezogen auf den gefrorenen Zustand) ist sehr anspruchsvoll. Doch eines Tages kam jemand auf die Idee, Bananen zu zerkleinern und sie als Grundlage für vegetarisches Eis zu verwenden. Das Ergebnis ist verblüffend: Der Bananenbrei eignet sich optimal, um ihn mit verschiedensten Früchten und auch anderen Zutaten anzureichern, um daraus leckeres Eis zu machen.

Nana Eis Grundrezept

Für 2 Portionen

2 Bananen
ca. 300 Gramm gefrorene Früchte

Zubereitung

Die Zubereitung könnte – zumindest in der Theorie – einfacher nicht sein. Es werden einfach Bananen zu einem Brei zerkleinert, den man anschließend mit gefrorenen Früchten anreichert. Bei mir sieht der Ablauf wie folgt aus:

Zunächst die Bananen in kleine Stücke zerbrechen und dann in den Mixbehälter geben. Anschließend solange mixen, bis ein Brei entstanden ist. Am besten mit sehr niedriger Drehzahl arbeiten, damit die Bananen besser von den Messern erfasst werden.

Im nächsten Schritt den Mixer anhalten und einen Teil der Früchte über den Bananenbrei geben – ungefähr so viel, dass er halb bedeckt ist. Nun langsam weitermixen und die restlichen Früchte durch die kleine Öffnung im Deckel des Mixbehälters fortlaufend nachfüllen. Es hierbei nicht übertreiben, sondern lieber schon fortlaufend arbeiten und kleine Mengen nehmen. So hat er Mixer die Chance, die einzelnen Früchte auch rasch zu erwischen und zu zerkleinern. Nachdem alle Zutaten im Behälter sind, die Masse genau betrachten. Ziel ist es, den Mixvorgang beim Erreichen des gewünschten Zerkleinerungsgrades der Früchte zu beenden. Man sollte nicht länger als nötig mixen, weil das Eis durch den Mixbehälter erwärmt und somit immer flüssiger wird.

Hinweis zum richtigen Einsatz des Mixers

Ich habe bereits angedeutet, dass die Zubereitung zumindest in der Theorie einfach ist. Die Praxis sieht manchmal ein wenig anders aus, da es der Mixer mit einem Mixgut zu tun bekommt, das manchmal sehr störrisch sein kann. Sind die Zutaten richtig kalt, kann es passieren, dass die Masse im Behälter zu gefrieren beginnt oder zumindest richtig zäh wird. Dann laufen die Messer leer, d.h. sie rotieren richtig schnell, greifen aber ins Leere. Das ist für den Mixer nicht gut und die Zutaten werden auch nicht zerkleinert.

Die Kunst besteht darin, die richtige Drehzahl zu finden. Je höher die Drehzahl, desto besser die Zerkleinerung – aber desto größer auch das Risiko, dass die Messer ins Leere laufen. Daher arbeite ich im unteren Drehzahlbereich. Sobald die Messer nicht mehr greifen, halte ich den Mixer an. Dann helfe ich kurz mit dem Stampfer nach und schalte den Mixer wieder ein. Womöglich mixt er nur wenige Sekunden lang, dann wird der Ablauf einfach wiederholt. Am Anfang kann das Procedere etwas lästig sein, doch mit der Zeit hat man den Dreh raus, sodass die Eiszubereitung insgesamt nur wenige Minuten in Anspruch nimmt.

Meine Erfahrung ist die, dass die Messer gar nicht so schnell rotieren müssen. Hauptsache die Eismasse befindet sich in Bewegung und wird schön an die Messer gesaugt. Für die meisten Zutaten bzw. Eisrezepte genügt solch Zerkleinerung vollkommen.

Hilfreiche Tipps zum Arbeiten mit gefrorenen Zutaten

Einige Leser werden sicherlich anmerken, dass sie Nana Eis Rezepte kennen, bei denen man mit gefrorenen Bananen arbeitet. Dagegen ist nichts einzuwenden, ich selbst habe damit schon gute Ergebnisse erzielt. Allerdings gestaltet es sich dann erheblich schwieriger, einen Brei zu erzeugen, mit dem der Mixer arbeiten kann, d.h. der die anderen Zutaten schön aufnimmt und zu den rotierenden Messern führt. Wichtig ist bei meiner Vorgehensweise nur eine Sache: Die weiteren Zutaten müssen in der Summe kalt genug sein, damit aus der gesamten Masse noch ein Eis wird bzw. man mit dem Ergebnis zufrieden ist. An heißen Sommertagen halte ich es zum Beispiel so, dass ich die Bananen zuvor in den Kühlschrank lege – sonst ist der Brei zu warm und taut mir die anderen Zutaten zu rasch auf.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, die Zutaten in einer geeigneten Größe einzufrieren. Es ist zum Beispiel alles andere als clever, Bananen am Stück einzufrieren. Mit solch großen Stücken gefrorener Fruchtmasse kommt ein Mixer nicht gut zurecht. Besser ist es, die Bananen vor dem Einfrieren in Scheiben zu schneiden. Dann gelingt das Zerkleinern im Mixer viel besser.

Letztendlich verhält sich jede Zutat ganz unterschiedlich. Himbeeren oder Blaubeeren sind zum Beispiel auch im gefrorenen Zustand relativ weich. Der Mixer kann sie selbst bei niedriger Drehzahl schnell und fein zerkleinern. Ganz anders verhält es sich wiederum mit Erdbeeren. Ich friere sie nie am Stück ein. Aufgrund ihres hohen Wasseranteils verwandeln sie sich in regelrechte Eiswürfel, mit denen der Mixer richtig zu kämpfen hat. Ich viertele sie, weil die Zubereitung im Mixer dann wesentlich besser gelingt. Bei solchen Zutaten kann es sogar hilfreich sein, sie zunächst ein wenig antauen zu lassen.

Bananenstücke in den Mixbehälter geben
zu Bananenbrei mixen
Teil der Früchte hinzugeben
Mixen und fortlaufend weitere Früchtstücke hinzugeben
Eismasse sofort servieren

Ergänzende Rezeptempfehlungen

himbeereis-05

Himbeereis

Gefrorene Himbeeren sowie ein paar weitere Zutaten genügen, um dieses leckere Eis im Mixer zu machen.

pistazieneis-01

Pistazieneis

Pistazien sowie einige weitere Zutaten in den Mixer geben – schon ist das Eis fertig.

Showing 2 comments
  • Jürgen
    Antworten

    Hallo!
    Sehr schöner Artikel und tolles Rezept. Werde ich mir gleich für den Sommer merken 🙂

    Grüße,
    Jürgen

  • Kareen
    Antworten

    Ich glaube ich würde Erdbeeren nehmen, dann sollte es passen. Werde es gleich mal testen, bin sehr gespannt. Habe ne weile gesucht – aber dein Rezept scheint mir am besten.

    Liebe Grüße
    Kareen

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