Mixer als Küchenmaschine: Was ist möglich, wo liegen die Grenzen?

Anhand meiner bislang veröffentlichten Rezepte dürfte dem geneigten Leser  schnell klar werden, dass ein Mixer vielfältige Aufgaben in der Küche übernehmen kann und somit mehr Möglichkeiten bietet, als viele Menschen zunächst annehmen. Ein ganz typisches Beispiel ist die Zubereitung von Eis oder Dips – nur wenige kommen auf die Idee, hierfür einen Mixer zu verwenden. Der Vergleich mit einer Küchenmaschine ist daher gar nicht so abwegig. Wobei es natürlich auch Küchenmaschinen mit Mixer auf dem Markt gibt.

Dieser Beitrag soll, wie der Titel schon vermuten lässt,  zeigen welche Möglichkeiten der Einsatz eines Mixers in der Küche bietet und wo seine Grenzen liegen. Klar ist, dass sich mit einem Hochleistungsmixer eine ganze Menge anstellen lässt. Er darf aber auch nicht überschätzt werden. Für bestimmte Aufgaben in der Küche eignet er sich hervorragend, für andere hingegen nicht.

Übersicht der Möglichkeiten

Die genauen Einsatzmöglichkeiten in der heimischen Küche werden nachfolgend anhand einzelner Speisekategorien vorgestellt. Ergänzend wird immer kurz beschrieben, wie gut sich ein Mixer in der jeweiligen Disziplin schlägt. Außerdem gibt es eine kurze Bewertung.

Smoothies: Die Paradedisziplin eines jeden Hochleistungsmixers. Früchte und Gemüse werden in Windeseile fein zerkleinert, sodass am Ende ganz leckere Smoothies entstehen. Es gibt kein anderes Küchengerät, das hier mithalten kann. Daher es die Bestwertung mit 5 von 5 Punkten. Für Smoothies genügt auch schon ein kleinerer Hochleistungsmixer, wie z.B. der Bianco Primo mit iPMS.

Säfte: Streng genommen lassen sich auch bei der Zubereitung von Säften sehr gute Ergebnisse erzielen. Weil jedoch das Fruchtfleisch und ggf. weitere Bestandteile des Obstes zurückbleiben, bedarf es noch einer ergänzenden Filterung. Diese kann der Mixer verständlicherweise nicht übernehmen, was den Aufwand vergrößert. Eine ergänzende Presse ist daher erforderlich, weshalb es bei der Bewertung einen Punkt Abzug gibt: 4 von 5 Punkten.

Saucen: Besser sieht es wieder bei den Saucen aus. Es ist sogar mühelos möglich, Zutaten zunächst im Topf anzuschwitzen und sie erst abschließend in den Mixer zu geben, der sie dann zerkleinert und in eine fein sämige Masse verwandelt. Bewertung: 5 von 5 Punkten.

Suppen: Bei den Suppen kommt es ganz darauf an, ob die Zubereitung ausschließlich im Mixer erfolgt oder ob ergänzend gekocht wird. Ebenso spielt die Rezepte eine ungemein große Rolle, einige eigenen sich für die Mixerzubereitung hervorragend, andere hingegen nicht. Ebenso kommt es darauf an, wie sehr sich der Mixer erwärmt und welche Temperatur die Suppe somit erreichen kann. Bewertung: 4 von 5 Punkten.

Eis: Hier kommt es noch mehr als bei den Suppen auf das Rezept an. Es gibt Eisrezepte, die sich vergleichsweise leicht umsetzen lassen, andere machen wiederum viel Arbeit. Reizvoll ist vor allem die Tatsache, dass je nach Eisrezept auch ohne Eismaschine wirklich beeindruckende Ergebnisse erzielbar sind. Doch gerade für Ungeübte kann die Zubereitung zur Herausforderung werden. Bewertung: 4 von 5 Punkten.

Teig: Nun wird es richtig schwierig. Die Teigzubereitung im Mixbehälter ist möglich, doch gerade hier kommt es stark auf das Rezept, den Mixbehälter und insbesondere die Leistung des Mixers an. Eine klassische Küchenmaschine ist dem Mixer im Regelfall deutlich überlegen, was sich entsprechend auf die Note auswirkt: 2 von 5 Punkten.

Mus: Nussmus lässt sich in den unterschiedlichsten Variationen im Mixer zubereiten. Doch auch hier kommt es sehr auf die Erfahrung und das jeweilige Rezept an. Teilweise gilt es viel Geduld mitzubringen, insgesamt ist die Zubereitung relativ mühselig. Daher 2,5 von 5 Punkten.

Erfolgsfaktoren

Es wurden bereits mehrere Dinge genannt, die großen Einfluss auf das Ergebnis nehmen. Nachfolgend werden die größten Einflussfaktoren vorgestellt und erläutert.

Leistung: Die Leistung, d.h. die Kraft, die der Motor entwickelt und auf die Mixblätter überträgt, ist von großer Bedeutung. Vor allem bei zähem Mixgut, wie beispielsweise Eismasse, macht sich ein starker Motor bezahlt. Im Allgemeinen gilt: Je stärker der Mixer, desto besser. Allerdings geht es hierbei keineswegs nur um die Motorleistung in Watt, die der Hersteller angibt. So ist beispielsweise der Bianco Gusto stärker als der Puro, obwohl Letzterer eine höhere Watt-Angabe besitzt. Grund dafür ist die technische Umsetzung. Wer einen wirklich starken Mixer sucht, sollte daher nicht ausschließlich auf technische Angaben achten, sondern auch Erfahrungsberichte lesen.

Mixbehälter: Beim Mixbehälter sind gleich zwei Dinge von Bedeutung. Da wäre zunächst das Mindestvolumen, das es zu befüllen gilt, damit der Mixer vernünftig arbeitet. Einige Behälter sind diesbezüglich ein wenig unvorteilhaft, weil vergleichsweise große Zutatenmengen fordern. Ebenso ist die Konstruktionsweise nicht zu unterschätzen. Der Flower Behälter von bianco di puro ist zum Beispiel sehr speziell. Für die Zubereitung von Smoothies kann ich ihn nicht empfehlen, doch beim Zerkleinern von Nüssen ist er meiner Meinung nach unschlagbar.

Mixgut: Ebenso sind die Zutaten nicht außer Acht zu lassen. So können beispielsweise gefrorene Früchte zu einer echten Herausforderung werden. Manchmal ist es daher empfehlenswert, sie antauen zu lassen. Ebenso kann ein vorheriges Einweichen bei manchen Zutaten zu besseren Ergebnissen führen. Wer seinen Mixer als Küchenmaschine einsetzen möchte, sollte daher genau wissen, in welcher Beschaffenheit sich die einzelnen Zutaten am besten verarbeiten lassen.

Bedienung: Zum Schluss wäre da noch die Bedienung des Mixers. Nicht immer empfiehlt es sich, das Gerät einfach auf höchster Stufe arbeiten zu lassen. Je nach Speise ist es manchmal sinnvoller, bewusst auf einer niedrigen Stufe zu arbeiten. Ebenso können Mixprogramme eine große Hilfe sein – müssen sie aber nicht. Ich persönlich meine, dass die manuelle Bedienung fast immer am besten ist. Allerdings gilt es dann auch zu wissen, wann es welcher Drehzahlen bedarf.

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